uni_sex Hochschultage: Zur Lebenssituation intergeschlechtlicher Menschen

Datum/Zeit
Mittwoch - 30.11.2016
20:00 - 23:00

Veranstaltungsort
Uni Hannover

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Manuela Tillmanns: Zur Lebenssituation intergeschlechtlicher Menschen

Die Annahme, es gäbe nur Männer und Frauen, ist so absurd, als würde man auf dem Stand- punkt verharren, die Erde wäre eine Scheibe.« Lucie Veith (Vorsitzend* des Bundesverbands Intersexuelle Menschen e.V.) Menschen, die nicht eindeutig dem männlichen oder weiblichen Geschlecht zugeordnet werden können, sind gesellschaftlichen Stigmatisierungen und medizinisch-psychologischen Pathologisierungen ausgesetzt.

Im Zentrum der Kritik seitens der betroffenen Personen stehen vor allem die geschlechtszuweisenden und –vereindeutigenden medizinischen Operationen und Maßnahmen, die von der Inter*-Community nicht zuletzt als Menschenrechtsverletzung angesehen werden und erhebliche Auswirkungen auf die konkrete Lebenswirklichkeit haben. Ebenso belegen zentrale Studien im deutschsprachigen Raum zur medizinischen Behandlungserfahrung und Lebensrealität einen hohen psychosozialen Belastungsgrad und explizieren die Notwendigkeit eines fundamentalen Paradigmenwechsels im gesellschaftlichen Umgang mit Intergeschlechtlichkeit bzw. Intersexualität.

Vor allem der Einsatz politischer Aktivist*innen, aber auch die Auseinandersetzungen kritischer Wissenschaftler*innen und solidarischer Unterstützer*innen haben eine wertvolle Debatte entfacht, aus der sich reflektierte bzw. reflektierende Perspektiven ergeben, die sich an den Bedürfnissen und Wünschen intergeschlechtlicher Personen orientieren und ihnen Formen der Selbstermächtigung sowie barrierefreie Räume für selbstbestimmtes Agieren eröffnen. Im Vortrag wird anhand biografischer Selbstdarstellung(en) der Fokus auf die Personen und ihre jeweiligen Lebenswirklichkeiten gelegt.

Medizinische Klassifikationsschlüssel spielen dabei keine bis eine lediglich untergeordnete Rolle. Vielmehr wird es darum gehen, die im Zusammenhang mit der Intergeschlechtlichkeit stehenden gesellschaftlichen Diskriminierungen zu verdeutlichen, um daraus mögliche Handlungs- und Unterstützungsoptionen zu formulieren und eigene dichotome Vorstellungen von Geschlecht kritisch zu hinterfragen.

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uni_sex Hochschultage

24.11.2016 – 07.12.2016

Die uni_sex Hochschultage sind eine jährlich stattfindende Veranstaltungsreihe die sich mit verschiedenen Themen wie z.B. Sexismus, Trans-, Inter- und Homophobie beschäftigt, aber auch andere Aspekte sexueller und geschlechtlicher Identität beleuchten möchte.

Trotz vermeintlicher Gleichberechtigung und vorherrschender Toleranz leben wir nach wie vor in einer Gesellschaft, die geprägt ist von männlicher Hegemonie. Die Vorstellung von einer binären Geschlechterordnung und Heteronormativität dominieren und gestalten unsere Geschlechterrepräsentanz und -wahrnehmung auf institutioneller, kollektiver und individueller Ebene.

Die uni_sex Hochschultage werden von den Sachbearbeiter_innenstellen für Frauen- und Geschlechterpolitik und Queerpolitik des AStA ausgerichtet. Das Programm soll Studierenden die Möglichkeit geben, sich mit den verschiedenen Bereichen innerhalb dieses Themenkomplexes auseinanderzusetzen, unabhängig davon, ob sie sich mit den Inhalten schon beschäftigt haben oder neu in dem Thema sind.
Besonders unter dem Aspekt der Abschaffung der Gender Studies an unserer Universität möchten wir mit unserer Veranstaltungsreihe diesen Raum bieten.

Um das uns umgebende hetero-patriarchale System und dessen Einflüsse auf die Kategorie „Geschlecht“ gemeinsam zu reflektieren und diskutieren, laden wir euch ein vorbeizukommen und mitzureden.