Technologiekritik als Herrschaftskritik

Datum/Zeit
Dienstag - 23.04.2024
19:00 - 21:00

Veranstaltungsort
Institut für Elektrotechnik

Kategorien:

Eintritt: Eintritt frei

Erreichbarkeit mit dem Rollstuhl: Veranstaltungsräume, Toiletten und ggf. Bar mit dem Rollstuhl erreichbar

Toiletten, ggf. Umkleideräume: aufgeteilt nach flinta*-only und all-gender

Kontakt: kritische-bildung@asta-hannover.de



Der Technologische Angriff – also der gezielte Einsatz neuer Technologien gegen die
Selbstbestimmung eines Großteils der Menschheit – beschert dem chronisch krisenhaften
Kapitalismus regelmäßig eine Erneuerungskur. Seit Mitte des 19 Jahrhunderts (bis heute) gelingt es
dem Kapital mithilfe der Technokrat:innen eine zentrale Erzählung aufrecht zu erhalten: das
Technologieversprechen.
Versprochen wird uns, dass technologische Innovationen die Zukunft energie- und
ressourcenschonender machen wird. Das Versprechen ist bislang noch NIE eingelöst worden – im
Gegenteil. Die technologische ist der zentrale Treiber eines beschleunigten Klimawandels. Dennoch
wird das Versprechen kontinuierlich erweitert: Der sogenannte
Solutionismus
gibt vor, auch soziale
Probleme technologisch lösen zu können. Wie transformiert sich der Kapitalismus und wie
verändert sich eine Gesellschaft, die der Technologie so viel Gestaltungsmacht einräumt?
Diskursräume zerfallen unter der Wirkung sozialer Medien in teils geschlossene Blasen; davon
profitieren Rechte und Verschwörungsfans in besonderem Maße. ChatGPT verstärkt zudem
hegemoniale Meinungen – auch keine guten Voraussetzungen für eine emanzipatorische Linke.
Welche Möglichkeiten praktischer Technologiekritik sehen wir? Walter Benjamin könnte uns einen
Hinweis geben: „Marx sagt, die Revolutionen sind die Lokomotive der Weltgeschichte. Aber
vielleicht ist dem gänzlich anders. Vielleicht sind die Revolutionen der Griff des in diesem Zuge
reisenden Menschengeschlechts nach der Notbremse.“
Nach einem Input hoffen wir auf eine rege Diskussion 🙂
Technologiekritik als Herrschaftskritik