Sex-Work/Prostitution – eine feministische Einführung und Kritik

Datum/Zeit
Dienstag - 06.02.2024
18:00

Veranstaltungsort
14. OG im Conti-Hochhaus

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Eintritt:

Erreichbarkeit mit dem Rollstuhl:

Toiletten, ggf. Umkleideräume:

Kontakt:



Vorstellung der Broschüre des „Bündnis für Vielstimmigkeit im Feminismus“ aus Kassel
Die Broschüre kann hier gelesen werden: https://vielstimmigkeitimfeminismus.wordpress.com/
Im Frühjahr 2022 gründete sich in Kassel das „Bündnis für Vielstimmigkeit im Feminismus“. Der Impuls für die Gründung war unsere Kritik an der stark polarisierten und oft wenig sachlichen feministischen Debatte über das Thema Sexwork/Prostitution. Ein solches Diskussionsklima beobachteten wir sowohl in feministischen Kontexten in Kassel als auch in bundesweiten Kontroversen, die wir insbesondere über soziale Medien verfolgten. Als Resultat unserer Auseinandersetzung mit dieser Schieflage veröffentlichten wir die Broschüre „Sex-Work/Prostitution – eine feministische Einführung und Kritik“, die wir an vielen Orten ausgelegt, bundesweit versendet und mit Interessierten diskutiert haben.
Das Thema Sex-Work/Prostitution ist im Feminismus stark umstritten. Während sex-work positive Feminist:innen Sex-Work als Arbeit wie jede andere auch verstehen, weisen prostitutionskritische Feminist:innen darauf hin, dass die Prostitution von sexualisierter Gewalt gegen Frauen geprägt ist. Für Feminist:innen und andere Personen, die sich für das Thema interessieren, sich damit jedoch noch nicht auseinandergesetzt haben, ist es schwer, einen Überblick über das Thema und die jeweiligen Argumente zu gewinnen. Unsere Broschüre soll einen umfassenden und dennoch niedrigschwelligen Einstieg in eine feministische Prostitutionskritik leisten. Eine Auseinandersetzung mit dem Thema erscheint uns auch deswegen sinnvoll, weil Sex-Work/Prostitution in Deutschland kein Randphänomen ist. Einer aktuellen repräsentativen Umfrage zufolge haben in Deutschland knapp 30% der Männer mindestens einmal in ihrem Leben für Sex bezahlt. Weil Sex-Work/Prostitution so stark verbreitet ist, weil sie von sexualisierter Gewalt durchzogen ist und weil sie umgekehrt sexistische Gewalt und Herrschaft außerhalb der Prostitution beeinflusst, ist es sinnvoll, sich mit diesem Thema aus feministischer Perspektive auseinanderzusetzen.
Auch weil wir uns darum bemühen, im Tonfall ruhig und inhaltlich nachvollziehbar zu argumentieren, begreifen wir die Broschüre zudem als Beitrag zu einer linken und feministischen Debattenkultur – einer Kultur, in der wir unsere Positionen nicht setzen, sondern nachvollziehbar begründen und uns gegenseitig zuhören. In unseren Augen ist das eine Voraussetzung, um Verständnis für inhaltliche Differenzen im Feminismus zu schaffen und diese aushalten zu lernen.
Am 06.Februar wollen wir die in der Broschüre eingenommene Perspektive auf Prostitution als sexistische Institution vorstellen, euch einladen, eine Broschüre mitzunehmen und Fragen zu stellen, und mit euch ins Gespräch kommen.“