Gerechtigkeit für Qosay Sadam Khalaf

Datum/Zeit
Donnerstag - 03.06.2021
18:00 - 20:00

Veranstaltungsort
Christuskirche

Kategorien



Kommt mit uns am 03.06. um 18 Uhr an der Christuskirche auf die Straße, um Gerechtigkeit für Qosay Sadam Khalaf einzufordern!

Qosay Sadam Khalaf starb in der Nacht vom 05. auf den 06. März diesen Jahres, nachdem er in Delmenhorst in Polizeigewahrsam genommen wurde. Ausgangspunkt des Ganzen war eine Kontrolle wegen „mutmaßlichem Betäbungsmittelkonsum“. Eine Obduktion von Qosays Körper zeigt Spuren von Gewalteinwirkung: Einblutungen, Wunden und Abschürfungen. Doch der Tod wird von der Polizei nur als „tragischer Unglücksfall“ abgewiesen – wieder mal. Ein kritisches Hinterfragen des Rassismus der Polizei bleibt aus.
Qosay war als Jugendlicher vor der Terrormiliz des Islamischen Staat geflohen. Sein Vater hatte ihn aus Südkurdistan nach Europa geschickt. Um dem Völkermord an den Yezid*innen zu entgehen, baute er sich ein neues Leben in Deutschland in der Hoffnung um Sicherheit und Frieden auf. Doch was ist das für eine Sicherheit und was ist das für ein vermeintlicher Frieden in Deutschland, in dem Menschen unerklärt in Polizeigewahrsam sterben, in dem strukturell und institutionell Rassimus besteht, in dem Kritik an der bestehenden Problematik abgewiesen und Menschen aufgrund ihrer Herkunft oder Hautfarbe sterben müssen?

Wir fordern lückenlose Aufklärung! In Deutschland hat es schon mindestens 181 Tote in Polizeigewahrsam gegeben. Rassistische Kontrollen bzw. Racial Profiling ist für viele Menschen in Deutschland Alltag. Gleichzeitig wird die Polizei vom Großteil der Menschen in Schutz mit dem Argument genommen, dass diese für Sicherheit sorgen. Dabei ist diese vermeintliche Sicherheit ein Privileg und keine Normalität.

Wir stellen die Institution Polizei und den Bullenstaat, in dem wir leben, grundsätzlich in Frage. Die Polizei ist und bleibt das Gewaltmonopol eines Staates mit rassistischem Status Quo. Ungeklärte Todesfälle wie dieser von Qosay Khalaf werden sich wiederholen, solange nicht strukturelle Veränderungen stattfinden. Aus diesem Grund fordern wir eine radikale Haltung einzunehmen und sich kämpferisch gegen den Sicherheitsapparat des Bullenstaates, in dem wir leben, zu stellen. Nur so können wir Gerechtigkeit erlangen.

Für Qosay Sadam Khalaf, für Oury Jalloh, für George Floyd, für Halim Dener und für alle anderen!