Wo blieb der Universalismus? – Feminismus seit dem siebten Oktober mit Debora Eller


Donnerstag - 05.03.2026, 18:00
Sturmglocke
Eintritt: keine Angabe
Erreichbarkeit mit dem Rollstuhl: Veranstaltungsräume, Toiletten und ggf. Bar mit dem Rollstuhl erreichbar
Toiletten, ggf. Umkleideräume: unisex
Kontakt: keine Angabe
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Nach einer Demonstration am Internationalen Tag zur Beseitigung der Gewalt gegen Frauen 2024 sorgte ein Foto für Empörung: Eine Demonstrantin trug einen »I love Hamas«-Sticker. Kritik daran wurde von ihr als „weißer“ oder „westlicher“ Feminismus zurückgewiesen.
Der Vortrag untersucht den behaupteten Feminismus antiisraelischer Aktivistinnen. Auffällig sind dabei deren selektive Empörung über sexuelle Gewalt und die fehlende Solidarität mit jüdischen und israelischen Opfern. Der eigentlich zentrale Faktor Geschlecht wird ausgeblendet: Eine Analyse wird hier nur noch anhand der Achsen westlich/nicht-westlich, Unterdrückte/Unterdrücker oder imperialistisch/kolonisiert vorgenommen. Das untersuchte feministische Milieu wirft unliebsamen Feministinnen „Westlichkeit“ vor, wenn diese keine islamistischen Kräfte in Nahost unterstützen. Patriarchale Herrschaftsverhältnisse, Misogynie, LGBT-Feindlichkeit und vor allem Antisemitismus innerhalb nicht-westlicher Gesellschaften werden ausgeblendet und islamistische Akteure glorifiziert.
Ausgehend von feministischer Psychoanalyse und der Kritischen Theorie Adornos fragt der Vortrag nach den Ursachen dieser politischen Parteinahme. Abschließend wird die Frage diskutiert, welchen Feminismus es jetzt braucht, um solidarisch mit und für alle Frauen zu kämpfen.

Debora Eller ist Soziologin und Publizistin mit den Schwerpunkten feministische Theorie, Sozialpsychologie und Kritik des Antisemitismus.

(Quelle: reclaim.left)


Wo blieb der Universalismus? – Feminismus seit dem siebten Oktober mit Debora Eller