Rolf Pohl: Macht, Sexualität und Gewalt. Die Logik des Sexismus und die Sicherung der männlichen Vorherrschaft

Datum/Zeit
Mittwoch - 02.02.2022
18:00 - 21:00

Veranstaltungsort
14. OG im Conti-Hochhaus

Kategorien

Eintritt frei

Veranstaltungsräume, Toiletten und ggf. Bar mit dem Rollstuhl erreichbar

binär gegendert



Was ist eigentlich „Männlichkeit“ und wie wird sie hergestellt? Sicher ist, dass ihre
Erscheinungsformen einem grundlegenden Wandel unterliegen. Viele sprechen hier 
sogar von einer dramatischen Krise der Männlichkeit. Sicher ist aber auch, dass sich 
trotz aller geschlechterpolitischen Fortschritte eine Tatsache grundsätzlich nicht 
geändert hat: Die spätmodernen Gesellschaften sind nach wie vor von einer 
hierarchischen, männlich bestimmten Kultur der Zweigeschlechtlichkeit bestimmt. Vor 
diesem Hintergrund ist die Rede über die Männlichkeitskrise eine verschobene 
Diskussion, die eine Auseinandersetzung mit der männlichen Vorherrschaft 
verweigert und die „Schuld“ meist bei den Frauen, dem Feminismus und allem, was 
irgendwie mit „gender“ zu tun hat sucht. Auch der Kampf gegen die Anerkennung 
geschlechtlicher Vielfalt, das regelmäßige Scheitern der immer wieder 
aufkommenden Sexismus-Debatten, vor allem aber das unverändert große Ausmaß 
sexueller und sexualisierter Gewalt sind Ausdruck der hartnäckigen 
Aufrechterhaltung dieser grundlegenden Struktur geschlechtlicher Ungleichheit. 
Prof. Dr. Rolf Pohl war bis 2017 Hochschullehrer für Sozialpsychologie am Institut für 
Soziologie an der Leibniz Universität Hannover. Zu seinen Arbeitsschwerpunkten 
gehören im Bereich der Politischen Psychologie die Themen NS-Täter, 
Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit sowie im Bereich der 
Geschlechterforschung die Themen Sexismus, Männlichkeit, sexuelle Gewalt und 
männliche Adoleszenz.