Donnerstag - 08.06.2023, 19:00 - 22:00
Haus der Region (Hildesheimer Str. 18)
Eintritt: Eintritt frei
Erreichbarkeit mit dem Rollstuhl:
Toiletten, ggf. Umkleideräume: binär gegendert
Kontakt: gedenkstaette@region-hannover.de
iCal-Export: iCal
Ein Vortrag von Sebastian Wehrhahn.
Mehrere zehntausend Schuss Munition, dazu Waffen im zweistelligen Bereich und Blendgranaten fanden die Beamt*innen, als sie 2017 das Gelände des ehemaligen SEK-Polizisten Marko G. durchsuchten. Dieser ist einer der führenden Köpfe des Nordkreuz-Netzwerkes, in dem sich unter anderem Polizisten, Reservisten und Soldaten zusammengeschlossen haben. Die Mitglieder sammelten Geld, Munition und Waffen für den Tag X. Unter anderem sollen sie Pläne zur Entführung und Ermordung von Linken geschmiedet haben. Bei diesem Netzwerk, das weder vollständig aufgeklärt noch entwaffnet wurde, handelt es sich nicht um einen Einzelfall. Immer wieder berichten Medien über rechte Gruppen mit Beziehungen zu Polizei und Bundeswehr, die Feindeslisten anlegen, Waffen entwenden und Vorbereitungen für den Umsturz treffen. Das wirft unter anderem die Fragen auf, welche Voraussetzungen in den Polizei-Apparaten die Bildung solcher Netzwerke begünstigen, ob und wie sich diese Bedingungen ändern lassen und welche Maßnahmen darüber hinaus nötig sind, um der Gefahr bewaffneter rechter Organisierung von Feinden der Demokratie zu begegnen. Auch die historische Dimension ist von Bedeutung. Nicht nur gibt es in der jüngeren Geschichte immer wieder ähnliche Vorfälle – auch die Traditionen, die offiziell und inoffiziell in den Apparaten gepflegt werden, spielen eine wichtige Rolle bei der Beantwortung der Frage: Welche Gefahr droht aus den Institutionen heraus?
Sebastian Wehrhahn studierte Philosophie, Geschichte und Soziologie in Berlin. Er arbeitet zur extremen Rechten mit Schwerpunkt auf Rechtsterrorismus in Geschichte und Gegenwart. Zuvor war er unter anderem für die Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus Berlin tätig.
Barrierefreiheit: Die Räume der sowie die Toiletten sind für Rollstuhlfahrer:innen erreichbar. Einschränkung: Allerdings sind nicht alle Türen im Haus der Region elektronisch – diese stellen eine Barriere dar.
Dies ist eine Veranstaltung der Gedenkstätte Ahlem.
Gedenkstätte Ahlem (Region Hannover)
Heisterbergallee 10 | 30453 Hannover
Telefon: 0511 616-23745
E-Mail: gedenkstaette@region-hannover.de
Internet: www.gedenkstaette-ahlem.de
Instagram: @gedenkstaetteahlem