Männer werden Täter – Aber warum? Subjekttheoretische Überlegungen zu häuslicher Gewalt


Donnerstag - 09.04.2026, 19:00
14. OG im Conti-Hochhaus
Eintritt: keine Angabe
Erreichbarkeit mit dem Rollstuhl:
Toiletten, ggf. Umkleideräume:
Kontakt: keine Angabe
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Die Öffentlichkeit wird als Errungenschaft der Aufklärung betrachtet: Sie versprach politische Mündigkeit und die Emanzipation der Frau aus der rein privaten Sphäre. Heute sind Frauen doppelt vergesellschaftet: als unbezahlte Sorgearbeiterinnen und als Lohnarbeiterinnen. Trotz gegenteiliger Erzählungen bestehen Objektifizierung und Misogynie fort.

Doch mit dem Eintritt in die Öffentlichkeit verschwand häusliche Gewalt nicht, das Private bleibt ein widersprüchlicher Raum. Er bietet Schutz vor beispielsweise dem Zugriff des Staates und stellte andererseits lange einen Ort der Ausbeutung und Zurichtung von Frauen dar: Hier konnten unter Ausschluss der Öffentlichkeit patriarchale Herrschaftsverhältnisse in ihrer personalen Form gewaltsam ausagiert werden. Misogynie schlägt in konkrete physische Gewalt um.

Der Vortrag fragt daher nicht nach individuellen Tätern, sondern nach den gesellschaftlichen Bedingungen, unter denen Männer zu Tätern werden. Zentriert wird die Frage nach den gesellschaftlichen Grundlagen von häuslicher Gewalt. Die Überlegungen stellen eine Verbindung zwischen feministisch-politischer Theorie und Subjekttheorie dar. Dabei werden die aktuelle Gesellschaftsstruktur und die Subjektkonstitution des Mannes aufeinander bezogen.


Männer werden Täter - Aber warum? Subjekttheoretische Überlegungen zu häuslicher Gewalt