Hannover – die Stadt gehört uns allen!

Datum/Zeit
Samstag - 02.11.2019
12:00 - 15:00

Veranstaltungsort
Christuskirche

Kategorien


Rasant steigende Mieten, Mangel an Wohnraum und Verdrängung sind ein stetig wachsendes Problem. In Hannover sind die Durchschnittsmieten von 5 bis 6 Euro auf 10 Euro und mehr geklettert. Ein Ende der Steigerungen ist nicht in Sicht, so sind bereits jetzt Angebote um die 20 Euro pro Quadratmeter bittere Realität. Hannover – bald nur noch eine Stadt für Reiche? Immer mehr Wohnungen in den Händen von Aktienkonzernen wie Vonovia?

Auf der Strecke bleiben Menschen mit niedrigen Einkommen. Die Chancen auf eine Wohnung liegen für Wohnungs- und Obdachlose inzwischen nahe Null. Menschen leben auf der Straße, unter Brücken, in der Eilenriede und das Leben einiger von ihnen endet im Winter in der Statistik der „Kältetoten“ dieser Stadt. Während der Immobilienmarkt die einen immer reicher macht, leiden andere unter Verdrängung und Existenzängsten. Und die Stadtpolitik reagiert träge bis gar nicht.

Die Dinge in Bewegung bringen!

Durch die Protestaktionen verschiedener Initiativen ist Bewegung in die Diskussion gekommen. Ein wichtiger Impuls war die „Unsere Wohnungen sind nicht verhandelbar“-Demo (11.2018). Anlass war, dass sich einige Mieter*innen nicht einfach wegsanieren lassen wollten, sondern sich organisierten und gemeinsam wehrten. Somit wird mittlerweile auch in Hannover über Instrumente wie Milieuschutz, Vorkaufsrechte oder ein stärkere Rolle der Stadt beim Wohnungsbau nachgedacht. Wir fordern ernsthafte Mitbestimmung statt Alibi-Veranstaltungen, wie z.B. aktuell beim Bumke-Gelände in der Nordstadt.

Stadtentwicklung ist mehr als Wohnen: Zugang für alle zu kulturellen Angeboten und sozialen Einrichtungen, Parks und Gärten, Verkehr, Klimaschutz oder unkommerzielle Freiräume sind zentrale Aspekte der Lebensqualität in unserer Stadt. In vielen Städten entstanden Netzwerke unter dem Begriff „Recht auf Stadt“. Die Erfahrungen zeigen, dass sich gemeinsam mehr erreichen lässt.

Lasst uns zusammen tun!

Die herrschenden Zustände sind durch Konkurrenz und ein gegeneinander Ausspielen verschiedener Gruppen geprägt: Zugezogene gegen Alteingesessene, Kleingärten gegen neue Wohnungen, Obdachlose gegen Geflüchtete. Und auf perfide Weise werden Klimaschutzanforderungen genutzt, um Mieter*innen heraus zu modernisieren, um die Wohnungen dann als Eigentumswohnungen teuer zu vermarkten. Dabei haben Klimaschutz und Wohnungsnot ein gemeinsames Problem: Profitinteressen wiegen schwerer als Mensch und Umwelt.

Das wirft Fragen auf: Warum sollen Kleingärten mit ihren wichtigen sozialen und ökologischen Funktionen weichen, während Investor*innen ihre Flächen brach liegen lassen und auf steigende Preise warten? Warum sollen Flächen für Wohnungsbau profitmaximierenden Unternehmen überlassen werden? Warum werden Sozialwohnungen oft mit nach 15 Jahren auslaufenden Bindungen geplant und nicht dauerhaft in gemeinwohlorientierter Trägerschaft organisiert? Die Beantwortung solcher Fragen wollen wir nicht der Politik überlassen.

Wir wollen Stadtentwicklung selbst bestimmen. Dazu muss das Zusammenleben in der Stadt nicht durch den Immobilienmarkt, sondern durch das Engagement und die Bedürfnisse der Menschen bestimmt werden. Überlassen wir nicht der Politik die Entscheidung darüber, wie und wo wir leben.

Keine Profite mit unserer Miete!

Unsere Wohnungen, Kleingärten und Stadtteile sind nicht verhandelbar!

Für ein Recht auf Stadt für alle!