ABGESAGT: Gesundheit ist keine Ware

Datum/Zeit
Samstag - 26.02.2022
14:30

Veranstaltungsort
Ernst-Thoms-Platz

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++ Demonstration abgesagt ++

Schweren Herzens haben wir uns entschlossen, die geplante Demonstration in Nienburg abzusagen. Mitten in Europa tobt ein Angriffskrieg. Menschen fliehen und die gesamte Situation ist höchst dynamisch. Unter diesen Umständen einfach weiterzumachen, erscheint uns nicht richtig. Wir wollen stattdessen dazu aufrufen, die Zeit zu nutzen, Solidarität mit den Menschen, die unter diesen kriegerischen Auseinandersetzungen leiden, auf die Straße zu tragen und sich entsprechenden Demonstration und Aktionen anzuschließen.

 


Gesundheit ist keine Ware!
Die Corona-Pandemie hat die Welt seit fast zwei Jahren fest im Griff. Allein in Deutschland verstarben seit Beginn der Krise knapp 120 000 Menschen an oder mit dem Covid19-Virus. Mitten in dieser globalen Pandemie spitzen sich schon zuvor vorhandene gesellschaftliche Konflikte und Ungleichheiten weiter zu.

Die Situation in den Krankenhäusern…
…ist unerträglich! Das Gesundheitssystem wird kaputtgespart und profitorientierten Kriterien ausgesetzt. Viele Krankenhäuser in ländlichen Regionen schließen, die Gesundheitsversorgung dort wird immer prekärer. Überall schlagen Pflegekräfte Alarm und die Intensivbetten sind zu knapp. Auch viele Ärzt*innen schleppen sich komplett erschöpft von Dienst zu Dienst. Eine Besserung der Situation ist nicht in Sicht. Stattdessen gibt es weitere Angriffe auf die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten. Bis zu 60 Stunden dürfen Pflegekräfte in Niedersachsen nun arbeiten. Tatsächliche Lösungen lassen auf sich warten. Die 460 000 Pflegekräfte in deutschen Krankenhäusern werden weiter verheizt, während andere munter von Balkonen klatschen.

Die Teststrategie…
…ist katastrophal! Deutschland hat es in den letzten zwei Jahren verpasst, die Kapazitäten für PCR-Tests hochzufahren. Das hat dazu geführt, dass sich die BRD aufgrund der eigenen Versäumnisse gezwungen sah die PCR-Tests zu priorisieren. Wer einen PCR-Test möchte, aber nicht in der so genannten „kritischen Infrastruktur“ arbeitet, muss tief in die Tasche greifen. Wer die nötige Kohle nicht übrig hat, ist gezwungen sich mit teilweise unzuverlässigen Schnelltests zu begnügen. Schutz vor Corona wird auch hier eine Sache der eigenen finanziellen Lage.

Der Impfstoff…
… ist zutiefst ungleich verteilt! In der globalen Verteilung des Impfstoffs spiegeln sich die neokolonialen Verhältnisse wider. Die reichsten 16 % der Weltbevölkerung sicherten sich im Jahr 2021 rund 70 % der verfügbaren Corona-Impfdosen. Für 84 % der Weltbevölkerung blieben im gleichen Jahr nur 30 % der Impfdosen übrig. Der Corona-Impfstoff ist ein Milliardengeschäft. Unter diesem Geschäft leidet ein großer Teil der Weltbevölkerung. Es ist die kapitalistische Wirtschaftslogik, die auch hier ihre Finger im Spiel hat. Profit geht über Menschenleben.

Für eine solidarische Pandemiebekämpfung!

Wir haben keinen Bock darauf, dass rechte Kräfte ihre inhaltsleeren und menschenfeindlichen Forderungen auf die Straße tragen können. Wir grenzen uns von diesen rechten Demonstrationen ab. Sie nennen es Spaziergang und verniedlichen ihre Absichten – ihre Proteste sind und bleiben aber brandgefährlich! Wir wünschen uns einen solidarischen Ausweg aus der Pandemie. Hierfür braucht es eine echte Kritik an den Verhältnissen. Das kapitalistische Wirtschaftssystem macht Gesundheit zu einer Ware. Wir wünschen uns eine Welt, in der die Bedürfnisse der Menschen im Mittelpunkt stehen und nicht irgendwelche Profite.

Wir fordern:
Pflegekräfte entlasten – Krankenhäuser vergesellschaften!
Kostenlose PCR-Tests für alle – die Infrastruktur für PCR-Tests ausbauen!
Impfstoff für alle – gebt endlich die Patente frei!


Gemeinsame Anreise aus Hannover:

Am 26.02. demonstrieren wir in Nienburg für eine solidarische Pandemiebekämpfung! Hierfür organisieren wir eine gemeinsame Anreise mit dem Zug. Wir treffen uns um 13:00 Uhr unterm Pferd vor dem Hauptbahnhof in Hannover. Bitte kommt pünktlich, vor allem wenn ihr noch ein Ticket benötigt.