Tresengespräch zu Gesundheit und Vergesellschaftung

Datum/Zeit
Donnerstag - 17.03.2016
18:00

Veranstaltungsort
Der Nachbarin Cafe

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Eintritt frei

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Gesundheit ist keine Ware! Dieser Slogan ist inzwischen in vielen Mündern. In den letzten Monaten haben sich auch im Raum Hannover Menschen gegen  die Verschlechterung der Gesundheitsversorgung zusammengetan. So protestierten hunderte gegen die „Medizinstrategie 2020“ der Klinikum Region Hannover GmbH. Betriebs- und Personalräte machten in einem offenen Brief die katastrophalen Arbeitsbedingungen bekannt und prompt wurde ihnen ein Maulkorb angelegt.

Auch die Pflegenden kämpfen nicht mehr „bloß“ um Gehaltserhöhungen sondern auch um verbesserte Arbeitsbedingungen. An der Berliner Charité wurden die Arbeitskämpfe von 2014 auch im Jahr 2015 fortgesetzt. Dabei wurden eine bessere Versorgung der PatientInnen und eine geringere Belastung für die Pflegekräfte erreicht.

Gesundheit und Pflege betreffen uns alle. Sei es, weil wir selbst krank sind, sei es, weil unsere Familienangehörigen Pflege benötigen, sei es, weil wir im Gesundheitswesen arbeiten, sei es, weil wir eine Behinderung haben. Zwar haben wir das Glück, in einem reichen Land mit einer vielfach besseren Gesundheitsversorgung als im ökonomisch armen globalen Süden zu leben. Aber, gemessen am Maßstab des Reichtums in diesem Land, ist unser Gesundheitswesen verarmt.

Grundsätzlich gilt: Gesundheit ist Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge. Alle müssen die Leistungen erhalten, die sie brauchen. Mit einem privatwirtschaftlichen Gesundheitswesen geht das nicht, denn damit ist kein Geld zu verdienen. Auch öffentliche Gesundheitsleistungen können diese Daseinsvorsorge nicht erbringen, solange sie dem finanziellen Wettbewerb unterliegen.

Darum muss das Gesundheitssystem vergesellschaftet werden! Jeder Mensch hat den Anspruch auf die gleichen Leistungen, unabhängig von Einkommen, Geschlecht, Alter und Herkunft. Die Vergesellschaftung des Gesundheitsbereichs bedeutet echte demokratische Strukturen zu schaffen so dass gesamtgesellschaftliche Diskussions- und Entscheidungsprozesse gewährleistet sind. Grundsätzlich sollte das Ziel darin bestehen, Strukturen zu schaffen, die allen die Möglichkeit zur Teilhabe geben: ÄrztInnen, Pflegepersonal, Gepflegten, (potenziellen) PatientInnen.

Wir, die Interventionistische Linke Hannover, laden zu einem Tresengespräch ein: Warum Gesundheit keine Ware sein darf, warum das Gesundheitssystem geändert werden muss und was es heißt, es zu vergesellschaften. Darüber diskutieren wir am Tresen mit einer Unterstützerin des Arbeitskampfes an der Berliner Charité und einem Mitglied der Gruppe „Poliklinik Hamburg“, die sich mit dem Aufbau eines Stadtteilgesundheitszentrums befasst.