Infoveranstaltung Solawi- Gärtnerei Wildwuchs

Datum/Zeit
Mittwoch - 16.11.2016
19:30 - 21:00

Veranstaltungsort
UJZ Korn

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Lebensmittel direkt für Bedürfnisse zu produzieren, anstatt einem gewinnorientierten Markt hinterher zu ackern ist eine grundlegende Idee der solidarischen Landwirtschaft. Es wird nicht für einzelne Waren, sondern für die landwirtschaftliche Arbeit an sich bezahlt. Dies ermöglicht es Produkte und Arbeitskraft losgelöst von finanziellen Leistungen zu betrachten, um so einen Schritt weg von einer kapitalistischen Geldlogik, hin zu einer solidarischen Ökonomie gehen zu können.
Wichtige Stichworte sind dabei neben Solidarität auch Gemeinschaft, Selbstorganisation und Verantwortung.

Die SoLawi Wildwuchs entstand 2011 auf dem Gelände einer ehemaligen Baumschule in Leveste (bei Hannover). Von Anfang an wurde hier bio-vegan angebaut, was bedeutet, dass keine tierliichen Dünger und keine sogenannten Nutztiere eingesetzt werden und Tiere für den Anbau nicht willentlich ausgebeutet oder getötet werden. Das Gelände ist etwa fünfeinhalb Hektar groß und beinhaltet neben den Gemüsefreilandflächen und vier Folientunneln auch Streuobstwiesen. Es werden über 40 verschiedene Gemüsekulturen angebaut, es gibt, Kirsch-, Birnen-, Walnuss- und Zwetschgenbäume sowie Beerensträucher und viele verschiedene alte Apfelsorten.
Es geht bei der Sortenwahl nicht darum ein „optisch makelloses Produkt“ zu erzeugen, welches den Marktkriterien entspricht- nein der Geschmack steht im Vordergrund. Außerdem wird auch jenes Gemüse, welches so häufig „in der Tonne“ landet oder auf dem Acker liegen bleibt –klassisches Beispiel: krumme Gurken und beinige Karotten- verteilt und verspeist.
Derzeit sind es 100 Ernteanteile, die an etwa 150 Mitglieder verteilt werden und drei angestellte Gärtner_innen, sowie 2 Aushelfende, die in dem Projekt mitwirken.

Die Mitglieder gestalten den Anbauplan mit, in dem sie mit den Gärtner_innen über ihre Gemüsewünsche sprechen und am Ende einer Saison Rückmeldung geben. So kann die Produktion den Bedürfnissen angepasst werden.

Es gibt regelmäßige, gemeinschaftliche Arbeitseinsätze, z.B. für Apfelernte, Beikrautentfernung, Tunnelbau, Wintereinlagerung. Aber auch an den anderen Tagen sind die Mitglieder herzlich eingeladen beim Jäten, Hacken, Ernten und sonstigen anfallenden Arbeiten mit an zu packen. Dadurch ist es möglich wieder mehr Bezug zum eigenen Essen auf zu bauen und etwas über den Anbau von Gemüse zu lernen.

Durch Mitarbeit und das Übernehmen von speziellen Aufgaben (z.B. Kontoführung, Verteilstrukturaufbau, Infoveranstaltungen) übernehmen nach Möglichkeit alle ihren Teil an Verantwortung und treten aus einer rein konsumierenden in eine agierende Rolle.

Der finanzielle Beitrag wird solidarisch festgelegt, wofür sich die Mitglieder einmal im Jahr treffen und anonym Gebote abgeben, wobei transparent ist, welche Summe zusammen kommen muss, um laufende Betriebskosten wie für Saatgut, Maschinen(nutzung) und die Gehälter der Gärtner_innen zu decken. Es gibt einen Richtwert, wobei es möglich sein soll, Menschen, welchen weniger finanzielle Mittel zur Verfügung stehen, gemeinsam zu unterstützen.
Die Mitglieder verpflichten sich den dort festgelegten Betrag über ein Jahr hinweg zu zahlen und geben der SoLawi damit eine Existenzsicherheit. Ein „zu wenig“ oder „zuviel“ an Ertrag (z.B. eine Zucchinischwämme im Sommer), Ernteverluste (z.B. durch Pflanzenkrankheiten oder Schneckenfraß) und ertragsärmere Zeiten werden gemeinsam getragen. Die Sicherheit erleichtert außerdem auch die Entscheidung samenfeste Sorten anzubauen und insgesamt ein experimentierfreudigeres und nachhaltigeres Gärtnern zu ermöglichen.

Möchtet ihr gerne mitmachen? Oder mehr erfahren, dann kommt gerne zur Infoveranstaltung!