Für eine Gesellschaft ohne Gefängnisse

Datum/Zeit
Freitag - 13.03.2015
19:30

Veranstaltungsort
UJZ Korn

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Bausteine für eine Knastkritik aus libertärer Perspektive

Der Ruf nach mehr, härteren, höheren Strafen ist allgegenwärtig. Gleichzeitig sind das Gefängnissystem sowie die Gefangenen recht weit außerhalb des Blickfeldes der Gesellschaft gerückt. Das kommt den Interessen derjenigen entgegen, die nach dem Ausbau des Gefängnissystems rufen, die Privatisierung der Knäste vorantreiben und in vielfältiger Weise, ideologisch wie materiell, davon profitieren.
Mittlerweile gibt es wieder Versuche von Gefangenen, sich selbst zu organisieren, wie die “Interessensvertretung Inhaftierter” (IVI) oder die Gefangenen-Gewerkschaft.
Die notwendige Solidarität mit diesen Organisierungen enthebt uns jedoch nicht der Notwendigkeit einer grundsätzlichen Diskussion über das Knastsystem.
Diese werden wir uns anhand folgender Fragestellungen nähern:

  • Welche Funktion haben Knäste?
  • Wie werden Knäste legitimiert?
  • Was wären Grundzüge einer linksradikalen Knastkritik?
  • Ist eine auf den Knast fokussierte Kritik staatlicher Disziplinierung überhaupt sinnvoll?

Diesen und weiteren Fragen wollen wir nach einem Vortrag in einer gemeinsamen Diskussion nachgehen. Dabei geht es nicht darum, „Mißstände“ anzuprangern, sondern die scheinbare Normalität der Abstrafung „regelwidrigen Verhaltens“ grundsätzlich abzulehnen. Denn die Gefängnislogik steht jeder Vorstellung einer herrschaftsfreie(re)n Gesellschaft entgegen – wie aber könnte eine nicht-ausgrenzende Zukunft aussehen?

In Kooperation mit der Freien ArbeiterInnen Union Hannover und der Rosa-Luxemburg-Stiftung Niedersachsen.