Dienstag - 27.06.2023, 19:00
Elchkeller
Eintritt: Eintritt frei
Erreichbarkeit mit dem Rollstuhl: Veranstaltungsräume, Toiletten und ggf. Bar mit dem Rollstuhl erreichbar
Toiletten, ggf. Umkleideräume: aufgeteilt nach flinta*-only und all-gender
Kontakt: keine Angabe
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Ferda Berse
Ezid:innen werden seit Jahrhunderten in ihren ursprünglichen Herkunftsgebieten (Irak, Syrien, Türkei) verfolgt und diskriminiert. Als ethnoreligiöse Minderheit erlebten sie insbesondere im Irak und Syrien zahlreiche Genozide, zuletzt 2014 durch den sogenannten IS. Die IS-Kämpfer töteten tausende Ezid:innen, vor allem Männer und ältere Frauen, entführten junge Frauen und Kinder, die als Sexsklaven verkauft, verschenkt oder zur Zwangsarbeit genötigt wurden. Die Genozide werden durch Verschwörungsmythen und Feindbilder legitimiert. Zentral ist dabei die Verschwörungstheorie, dass Ezid:innen den Teuf*l anbeten würden, wobei der „Freund-Feind“-Gedanke in der absoluten Vernichtungsideologie mündet. Im Rahmen des Vortrags betrachtet Ferda Berse den historischen Ursprung des Hasses auf Ezid:innen und legt die Wirkungsmuster von Verschwörungstheorien und Feindbilder am Beispiel der Ezid:innen dar.
Ferda Berse ist Sozialwissenschaftlerin und arbeitet als Gewerkschaftssekretärin und Politische Bildnerin. Ihre Schwerpunkte sind kritische Soziologie, kritische Geschlechterforschung sowie Ethnizitätsforschung. Sie engagiert sich in verschiedenen Organisationen sowohl theoretisch als auch praktisch zu den Themen Islamismus, Kurdistan und ezidische Diaspora in Deutschland.