Mittwoch - 25.11.2026, 18:00 - 20:00
Freizeitheim Vahrenwald
Eintritt: keine Angabe
Erreichbarkeit mit dem Rollstuhl:
Toiletten, ggf. Umkleideräume:
Kontakt: kontakt@rls-nds.de
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Diskussion zu den Thesen von Isabella M. Weber
In der Nacht von Donald Trumps zweitem Wahlsieg twitterte Isabella Weber: „Können wir jetzt endlich ein ernsthaftes Gespräch über eine antifaschistische Wirtschaftspolitik führen?“ Jetzt hat sie ihr Buch hierzu vorgestellt. Wir wollen hineinschauen und ihre Thesen diskutieren.
Isabella Webers Ansatzpunkt für eine antifaschistische Rolle der Wirtschaftspolitik ist doppelt begründet. Einerseits durch die Verheerungen von Nationalsozialismus und Zweitem Weltkrieg. Als antifaschistischen Konsens nach 1945 zitiert sie das Ahlener Programm der CDU von 1947: „Inhalt und Ziel dieser sozialen und wirtschaftlichen Neuordnung kann nicht mehr das kapitalistische Gewinn- und Machtstreben, sondern nur das Wohlergehen unseres Volkes sein.“ Es ging darum, die Voraussetzungen für Faschismus Nie Wieder aufkommen zu lassen.
Andererseits die rechtsextremistische Bedrohung heute. Der Konsens von 1945 ist heute in Vergessenheit geraten. Ein neoliberaler Kapitalismus hat sich durchgesetzt. Rechtsextremistische Bewegungen sind in vielen Ländern an der Macht oder davor. Soziale, liberale oder auch konservative Demokraten wundern sich über diesen Erfolg und finden keine Antworten, um die Wähler und Wählerinnen zurückzugewinnen.
Antifaschistische Wirtschaftspolitik will die wirtschaftlichen Ursachen bekämpfen. Während Ungleichheit, Inflation und die überwältigende Macht der Konzerne die Demokratie bedrohen, sucht Isabella Weber nach Instrumenten die existentiellen Güter, wie Wohnen, Heizen, Mobilität, usw. wieder für Alle zugänglich zu machen, um Demokratie und Menschenwürde zu sichern. Dies nennt sie Antifaschistische Wirtschaftspolitik. In ihrem Zwiebelmodell geht es aber auch um den Erhalt der ökologischen Lebensgrundlagen und um Friedenserhaltung.
Neben dem Inhalt des Buchs wollen wir diskutieren, was dies für uns in Hannover heißt und woran eine derartige Wirtschaftspolitik konkret ansetzen muss, um z.B. Wohnraum bezahlbar zu machen und die ökologischen Grundlagen zu schützen.
Isabella M. Weber, geboren 1987 in Nürnberg, ist Professorin für Volkswirtschaftslehre an der University of Massachusetts Amherst. Einer breiten Öffentlichkeit in Deutschland wurde sie 2022 bekannt, durch ihren Vorschlag eines Gaspreisdeckels. Sie wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter mit dem Wissenschaftspreis der Keynes-Gesellschaft und 2024 mit
dem Hans-Matthöfer-Preis für Wirtschaftspublizistik.
Link zum Mitschnitt der Buchpremiere am 5. Oktober 2026 in Berlin.
Jörg Reinbrecht (Mitglied Vorstand Rosa-Luxemburg-Stiftung Niedersachsen) und Torsten Windels (Keynes-Gesellschaft | Regionalgruppe Nord) stellen wichtige Inhalte des Buchs vor und zur Diskussion.
Eintritt frei. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.
Eine Veranstaltung des Rosa-Luxemburg-Club Hannover in Kooperation mit Rosa-Luxemburg Stiftung Niedersachsen, Forum für Politik und Kultur, Keynes-Gesellschaft / Regionalgruppe Nord und ver.di Bildungswerk.