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 ht-als-herrschaftsinstrument/
SUMMARY:Wir sind alle gleich?! Über das Recht als Herrschaftsinstrument
DESCRIPTION:Vortrag und Diskussion mit Daria Bayer\n\nIm juristischen Studi
 um wird oft geleert\, dass das Recht ein „neutrales“ Medium zur Regelu
 ng von Streitigkeiten sei. Diese Aussage stimmt in solcher Pauschalität n
 icht. Im Gegenteil: Recht und Politik stehen in einem untrennbaren Zusamme
 nhang. Recht existiert nicht im isolierten Raum\, ist nicht einfach da. Re
 cht\, verstanden als positives Recht\, wird immer von Menschen zu einem be
 stimmten Zweck gesetzt. Dieser Zweck kann zwar auch kollektiven Interessen
  oder dem Schutz bestimmter marginalisierter Gruppen dienen - für letzter
 e Funktion des Rechts besitzt der rechtliche Gleichheitssatz eine bislang 
 alternativlose Bedeutung. Allerdings\, und hierauf weist die materialistis
 che Rechtstheorie ganz zentral hin\, ist dies nur eine Seite der Medaille.
  Denn Recht\, gerade in Form von subjektiven (Vermögens-)Rechten\, dient 
 in einem marktwirtschaftlich orientierten System auch immer den Profitinte
 ressen der besitzenden Klasse.\n\nDie Form des Rechts und damit insbesonde
 re der formale Gleichheitssatz sind\, wie das der sowjetische Rechtstheore
 tiker Jewgenij B. Paschukanis in seinem 1924 erschienene Buch „Allgemein
 e Rechtslehre und Marxismus“ herausgestellt hat\, untrennbar mit dem war
 enförmigen Tausch von Gütern in einer kapitalistisch organisierten Gesel
 lschaft verbunden. Formale Gleichheit im Recht bedeutet daher nicht auch u
 nbedingt materielle\, wirkliche Gleichheit. Vielmehr hilft der Gleichheits
 satz\, das kapitalistische System zu stabilisieren und damit die Herrschaf
 t des Kapitals zu sichern. Auf diese Funktion von Recht und Staat als Inst
 rumente zur Herrschaftssicherung will die materialistische Rechtstheorie\,
  deren Grundlagen in diesem Vortrag vorgestellt werden\, aufmerksam machen
 .\n\nDaria Bayer ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Rec
 htsphilosophie und Strafrecht an der Universität Hamburg und beschäftigt
  sich unter anderem mit einer materialistischen Theorie des Rechts. Sie pr
 omovierte zum marxistischen Rechtsphilosophen Jewgeni Paschukanis in desse
 n Kontext sie Wissenschaft und Kunst in Form eines Theaterstücks – „J
 ewgenij. Tragödie des Rechts“ – verband.\n\n--------------------\nDie
 ser Vortrag ist Teil einer Veranstaltungsreihe zu struktureller Geschlecht
 erungleichheit innerhalb des Rechtssystems\, dem mit kritisch-juristischen
  und feministischen Perspektiven begegnet werden soll. Sie richtet sich so
 wohl an (angehende) Jurist:innen als auch an fachfremde Interessierte. All
 e Veranstaltungen finden online statt und sind kostenfrei zugänglich.\n\n
 \n\nDie Links zu den Veranstaltungen finden sich hier:\n\nAutorinnen-Lesun
 g: AktenEinsicht. Geschichten von Frauen und Gewalt – 20.05.2021\, 19 Uh
 r\n\n»Das hat doch nichts mit uns zu tun!« Zur Notwendigkeit einer femin
 istischen Rechtswissenschaft – 25.05.2021\, 19 Uhr\n\n»Dann mach halt 
 ‘ne Anzeige!« Patriarchatskritik und Rechtssystem – 27.05.2021\, 19 U
 hr\n\nWir sind alle gleich?! Über das Recht als Herrschaftsinstrument –
  02.06.2021\, 19 Uhr\n\n
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