«Von wegen sicher» – Das Konzept der «sicheren Herkunftsstaaten» in der Kritik

Datum/Zeit
Dienstag - 14.02.2017
19:00

Veranstaltungsort
Verdi-Höfe

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Seit Bundestag und Bundesrat die Länder des Balkans zu «sicheren Herkunftsstaaten» erklärt haben, werden AsylbewerberInnen aus diesen Ländern, viele von ihnen Roma, als AntragstellerInnen zweiter Klasse behandelt. Ihre Anträge werden zu fast 100 Prozent abgelehnt, sie werden in speziellen Lagern untergebracht, mit verschärfter Residenzpflicht und Beschäftigungsverbot. Die Zahl der Abschiebungen ist rasant angestiegen. Gleichzeitig hat diese Regelung dramatische Folgen für mehrere Tausend Roma, die infolge des Kosovokonflikts 1999 nach Deutschland geflohen sind und seitdem als «Geduldete» in Deutschland leben. Auch ihnen droht die Abschiebung in eine Lebensrealität, die von massiver Ausgrenzung und Diskriminierung in allen gesellschaftlichen Lebensbereichen geprägt ist. Nicht ohne Grund versuchen viele Roma dieser Marginalisierung durch Migration zu entkommen.

An diesem Abend möchten wir uns mit Auswirkungen und Hintergründen des Konzeptes der «sicheren Herkunftsstaaten» in den Balkanländern und Deutschland befassen und gemeinsam diskutieren, wie eine Asylpolitik aussehen müsste, die den Menschenrechten verpflichtet ist.

Tamara Baković-Jadžić (Forum Roma Srbije/Levi Samit Srbije, Medienportal Mašina) wird über die Lebensrealität von Roma in Südosteuropa, insbesondere Serbien, sowie über die schwerwiegenden Folgen dieser Asylrechtsänderung berichten.

Kenan Emini (Vorsitzender des Roma-Center Göttingen.) Der Verein organisiert unter anderem die Initiative „Alle bleiben“. Kenan Emini wird zur Situation der in Deutschland lebenden Roma berichten.

Sigmar Walbrecht (Flüchtlingsrat Niedersachsen) wird das Konzept der “Sicheren Herkunftsstaaten” politisch einordnen.

Eine gemeinsame Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Stiftung Niedersachsen, dem Flüchtlingsrat Niedersachsen, dem ver.di-Bildungswerk Hannover, Arbeit und Leben Nds.-Mitte und dem ver.di Bezirk Hannover/Leine-Weser.

Die Veranstaltung findet in der Bündnisreihe “Fluchtursachen erkennen. Verantwortliche benennen” statt.

http://www.nds.rosalux.de/event/57383