Faschismus ohne Revision – Der italienische Korporativismus

Datum/Zeit
Dienstag - 21.01.2020
19:00 - 21:00

Veranstaltungsort
Elchkeller

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Eintritt: Eintritt frei

Erreichbarkeit mit dem Rollstuhl: -

Toiletten, ggf. Umkleideräume: -

Kontakt: -



Faschismus ohne Revision - Der italienische Korporativismus

Johannes Agnoli analysierte in Faschismus ohne Revision den 
italienischen Faschismus der 20er und 30er Jahre. Seine Grundthese
 war, dass der Kapitalismus den Faschismus hervorbringt, in Zeiten 
in denen die Wirtschaft in der Krise ist und daher eine politisch-
autoritäre Stabilisierung benötigt. Historisch wurde dies in Italien 
durch die Einführung des Korporativen Systems bewerkstelligt. Eine 
Zusammenarbeit von Unternehmen, Arbeiter_innen und Regierung um gemeinsam 
die Wirtschaft zu verwalten. Das Besondere daran ist, dass der Klassengegensatz
des Kapitalismus dadurch anerkannt wird. Die Aufgabe besteht darin ihn zu
verrechtlichen und damit in kontrollierbare Bahnen zu lenken. Das Ziel war,
das es zu keinen sozialen Konflikten kommt.
Anschließend an Agnolis Faschismusanalyse wurde der Begriff des Postfaschismus
entwickelt. Damit sind autoritäre Kontinuitäten in den nachfaschistischen 
Staaten gemeint die bis heute fortbestehen. Genau diese Weiterexistenz in den 
bestehenden Systemen, sowohl auf staatlicher als auch auf gesellschaftlicher 
Ebene ist die eigentliche Gefahr, die sich aktuell stellt. Es geht also nicht 
um die Möglichkeit eines neuen faschistischen Staates, sondern das es diesen 
bereits gab.
Im Vortrag werden Agnolis Thesen des Korporativismus und des Postfaschismus vorgestellt 
und ihre Aktualität für die Analyse bestehender gesellschaftlicher Verhältnisse besprochen.