Zwischen Selbstbehauptung und Unterwerfungsbereitschaft

Datum/Zeit
Montag - 09.07.2018
20:00

Veranstaltungsort
Elchkeller

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Zwischen Selbstbehauptung und Unterwerfungsbereitschaft
Instrumentalisierung von Frauenrechten in der extremen Rechten

Seit Mitte der 1980er wurden in Deutschland insgesamt fünfzig Verbände und Organisationen von Frauen in der extremen Rechten gegründet, von denen einige bis heute aktiv sind. Emanzipative Bewegungen und gesellschaftliche Modernisierungsprozesse hatten auch Einfluss auf Strukturen des rechten Spektrums, sodass Frauen immer mehr partizipieren, eigene Organisationen gründen, oder als Vorsitzende einer rechten Partei gewählt werden. Der Vortrag soll verdeutlichen, dass trotz der Männerdominanz Frauen zunehmend in der Szene aktiv werden und sich nicht nur als „Anhängsel“ eines Mannes, sondern eigenständig für rechte Politik und die Stellung der Frau einsetzen. So gewinnt nicht nur der Ring Nationaler Frauen (RNF) als Unterorganisation der NPD an Popularität, sondern im Besonderen die Kampagne „120 Dezibel“ der Identitären Bewegung (IB), die es vorgibt, sich gegen Gewalt an Frauen einzusetzen und dieses mit dem „Überfremdungs“-Argument erklärt. So gilt nicht bloß der „fremde Mann“ als sexuelle Bedrohung für „deutsche“ Frauen und Kinder, sondern allgemeiner gefasst dient das Stereotyp der „patriarchalen Kultur“ zur Abgrenzung der „deutschen Leitkultur“, die vermeintlich vollständig emanzipiert sei.
Der Vortrag soll deshalb die Vereinnahmung von Frauenrechten durch die extreme Rechte vor dem Hintergrund einer antiemanzipatorischen und damit antifeministischen Politik aufzeigen und diskutieren.

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Organisiert wird die Veranstaltung von Kritik und Subversion Hannover.